Glossar
Bildende Kunst
Der Begriff Bildende Kunst hat sich seit dem frühen 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum als Sammelbegriff für die visuell gestaltenden Künste etabliert („bildend“ bedeutet hier „gestaltend“). Zu den Kunstgattungen der bildenden Kunst zählten ursprünglich die Baukunst, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Grafik und Fotografie sowie das Kunsthandwerk. Die bildende Kunst wird unterschieden von den Darstellenden Künsten (wie Theater, Tanz und Filmkunst), Literatur und Musik. Demnach ist Skulptur und Plastik Teil der Bildenden Kunst. Wir vom Förderverein möchten in unseren Ausstellungen neben der Bildhauerei auch die Aspekte wie Malerei, Zeichnungen und Fotografie bedienen.
Malerei
Die Malerei ist neben der Grafik eine Kunst der Fläche, im Gegensatz zur dreidimensionalen Plastik.
Dominierend war sie im Mittelalter und der Renaissance wie auch in weiteren Stilepochen.
Im 20. Jahrhundert verlor sie ihre führende Rolle aufgrund neuer Sichtweisen und Ausdrucksformen der Künste. Grund dazu war der Verzicht auf die pure Abbildung.
Die Gestaltungsmittel Farbe, Linie, Fläche wurden ebenso selbstständig gehandhabt wie das Objekt und der Entwurf. Nicht die gegenständliche Wirklichkeit wird wiedergegeben, sondern die eigene Bildwirklichkeit wird zum Darstellungsziel erhoben. Die Wiedergabe von einem Objekt wird so von der äußeren Erscheinung gelöst.
Skulptur und Plastik
Eine Skulptur ist ein Kunstwerk, das durch „Heraushauen aus einem festen Material“ entstanden ist. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist es also ein bildhauerisches Werk aus Stein oder Holz.
Eine Skulptur im engeren Sinn ist eine Arbeit, bei dem das Material aus einem homogenen Block abgetragen wird, sei es durch Schnitzen, Meißeln, Sägen, Feilen u.s.w. Umgänglich wird diese Kunst als Bildhauerei bezeichnet.
Anders als z.B. bei der Malerei sind Skulpturen und Plastiken nicht nur visuell, sondern auch haptisch „erfahrbar“ und können frei im Raum positioniert werden. So entstehen dekorative Blickfänge, auf denen das Auge verweilen, die Hand die Form und Oberfläche erfühlen kann.
Das Raumgefühl und die Atmosphäre bleiben bei großer, kleiner Skulptur oder bei einem Relief erhalten.
Die Anfertigung einer Skulptur verlangt von dem Künstler viel Feingefühl und bedarf oft jahrelanger Erfahrung, denn z.B. Stein, Marmor, oder Holz verzeihen keine Fehler. Das Material erlaubt dem Bildhauer aufgrund seiner Festigkeit viele künstlerische Freiheiten. Der Vielzahl der Formen sind keine Grenzen gesetzt.
Eine Plastik dagegen entsteht aus einem weichen formbaren Material, wird aus diesem zusammengesetzt und modelliert. Klassischerweise verwendet man dafür feuchte Tonerde (Modellierton). Bildhauer haben früher oft mit Wachs modelliert – besonders zur Herstellung von Kleinplastiken oder Modellskizzen, sogenannter Bozzetti.
Entscheidend ist also nicht das Material, wie man gelegentlich fälschlicherweise liest, sondern die Arbeits- bzw. Herstellungsweise!

